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Windkraft Deutschland: Weniger Strom trotz Ausbau

Die Windkraft in Deutschland hat im Jahr 2025 trotz eines Ausbaus der Anlagen weniger Strom produziert als im Vorjahr. Hauptursache dafür waren schwache Winde, insbesondere im Binnenland, die die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen deutlich reduzierten. Diese Entwicklung unterstreicht die Abhängigkeit der Windenergie von den Wetterbedingungen.

Symbolbild: Windkraft Deutschland (Bild: Pexels)

Windkraft Deutschland: Warum sank die Stromproduktion trotz Ausbaus?

Die geringere Windstromproduktion im Jahr 2025 ist primär auf ungünstige Windverhältnisse zurückzuführen. Obwohl die Kapazität der Windkraftanlagen in Deutschland kontinuierlich ausgebaut wird, können schwache Windjahre die Gesamterzeugung erheblich beeinträchtigen. Im Jahr 2025 herrschten vor allem im Binnenland durchschnittlich schwache Winde, was die Stromausbeute minderte.

Das ist passiert

  • Die Windstromproduktion sank 2025 trotz Ausbaus der Anlagen.
  • Schwache Winde, besonders im Binnenland, waren die Hauptursache.
  • Offshore-Windparks in der Nordsee lieferten etwa so viel Strom wie im Vorjahr.
  • Die Windparks in der Ostsee konnten ihre Produktion leicht steigern.

Weniger Windstrom an Land: Die Wetterbedingungen spielten eine entscheidende Rolle

Wie Stern berichtet, verzeichnete Deutschland im Jahr 2025 einen Rückgang in der Windstromproduktion, obwohl die Kapazitäten der Windkraftanlagen erweitert wurden. Der Netzbetreiber 50Hertz, zuständig für die Ostsee, erklärte, dass das Jahr 2025 vor allem im Binnenland von durchschnittlich schwachen Winden geprägt war. Unter normalen Umständen hätte der Ausbau der Windkraftanlagen zu einer deutlich höheren Stromausbeute geführt. Im Vergleich dazu war 2023 das stärkste Windjahr seit über 20 Jahren, während 2024 im langjährigen Mittel lag. (Lesen Sie auch: Erneuerbare Energien Entwicklung: Wohin geht die Reise?)

Die Auswirkungen des Wetters auf die Energieerzeugung sind nicht zu unterschätzen. Schwache Windverhältnisse können die Effizienz der Windkraftanlagen erheblich reduzieren und somit die gesamte Stromproduktion beeinträchtigen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Energieversorgung auf verschiedene erneuerbare Energiequellen zu verteilen und Speichertechnologien zu entwickeln, um Schwankungen in der Stromerzeugung auszugleichen.

Offshore-Windenergie: Stabile Erzeugung in der Nordsee

Im Gegensatz zu den Windkraftanlagen an Land verzeichneten die Offshore-Windparks in der Nordsee eine relativ stabile Stromerzeugung. Laut Tennet Germany, dem für die Nordsee zuständigen Netzbetreiber, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 20,8 Terawattstunden (TWh) Offshore-Windenergie an Land übertragen. Dieser Wert entspricht in etwa dem des Vorjahres. Mit diesen 20,8 TWh Strom könnte rein rechnerisch der Jahresbedarf von rund 6,5 Millionen Haushalten gedeckt werden.

Die Offshore-Windenergie spielt eine wichtige Rolle bei der Energiewende in Deutschland. Die stabilen Windverhältnisse auf See ermöglichen eine kontinuierlichere Stromerzeugung im Vergleich zu den Windkraftanlagen an Land. Der Ausbau der Offshore-Windparks ist daher ein wichtiger Bestandteil der deutschen Energiepolitik. (Lesen Sie auch: Beihilferecht: Deutschland darf saubere Technologien mit Milliarden…)

Leichter Anstieg in der Ostsee: Die Windparks erzeugten mehr Strom

Die sechs Meereswindparks in der Ostsee erzeugten im vergangenen Jahr rund 5,4 TWh Strom, wie 50Hertz mitteilte. Dies entspricht einer Steigerung von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rechnerisch könnte damit der Stromverbrauch der Großstadt Leipzig und ihres Umlands gedeckt werden. Dieser Anstieg zeigt, dass auch die Windparks in der Ostsee einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung leisten.

Die verbesserte Leistung der Windparks in der Ostsee könnte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, darunter technologische Verbesserungen und günstigere Windverhältnisse in dieser Region. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Stromerzeugung aus Windenergie insgesamt von den jeweiligen Wetterbedingungen abhängt.

📊 Zahlen & Fakten

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 132,6 Terawattstunden (TWh) Windstrom erzeugt, verglichen mit 138,3 TWh im Vorjahr. Die Offshore-Windenergie in der Nordsee trug 20,8 TWh bei, während die Windparks in der Ostsee 5,4 TWh produzierten. Insgesamt wurden in Deutschland 437,6 TWh Strom erzeugt. (Lesen Sie auch: Fernleitungen: Bund steigt bei Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland…)

Ausbau der Windenergie in der Nordsee: Ein grünes Kraftwerk für Europa

Bereits beim Nordsee-Gipfel 2023 im belgischen Ostende hatten die Anrainerstaaten beschlossen, die Nordsee zum «grünen Kraftwerk für Europa» auszubauen. Ziel war es, dort bis 2050 gemeinsam bis zu 300 Gigawatt Leistung zu installieren. Beim jüngsten Nordsee-Gipfel Ende Januar in Hamburg kündigten Deutschland, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Norwegen, Frankreich, Großbritannien sowie Irland und Luxemburg an, die Nordsee «zum weltgrößten Drehkreuz» für saubere Energie zu machen. Diese ambitionierten Ziele unterstreichen die Bedeutung der Windenergie für die zukünftige Energieversorgung Europas. Die Europäische Kommission hat ebenfalls Richtlinien erlassen, die den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und die Mitgliedsstaaten dazu anhalten, ihre nationalen Energie- und Klimapläne entsprechend anzupassen. Mehr Informationen dazu finden sich auf der Website der Europäischen Kommission.

Symbolbild: Windkraft Deutschland (Bild: Pexels)

Der Ausbau der Windenergie in der Nordsee ist ein wichtiger Schritt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen. Die Nordsee bietet ideale Bedingungen für die Windenergieerzeugung, da dort starke und konstante Winde herrschen. Die geplanten Investitionen in den Ausbau der Windkraftanlagen werden dazu beitragen, die Stromversorgung in Europa nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten.

Wie geht es weiter mit der Windkraft in Deutschland?

Trotz des Rückgangs der Windstromproduktion im Jahr 2025 bleibt die Windkraft in Deutschland ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Der Ausbau der Windkraftanlagen wird fortgesetzt, sowohl an Land als auch auf See. Es ist jedoch wichtig, die Abhängigkeit von den Wetterbedingungen zu berücksichtigen und alternative Energiequellen sowie Speichertechnologien zu fördern, um eine stabile und zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen. Dies erfordert erhebliche Investitionen in den Ausbau der Windkraft und anderer erneuerbarer Energiequellen. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE ist es möglich, die Klimaziele zu erreichen, wenn die Ausbauziele konsequent umgesetzt werden und die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. (Lesen Sie auch: Wirtschaft Niedergang Deutschland: Mercedes-Chef warnt Eindringlich)

Die Entwicklung im Jahr 2025 zeigt, dass die Windkraft in Deutschland zwar ein wichtiger, aber auch volatiler Faktor der Energieversorgung ist. Um die Klimaziele zu erreichen und eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, sind weitere Anstrengungen erforderlich, um die Energieversorgung auf eine breitere Basis zu stellen und die Speicherung von Energie zu verbessern. Die Energiewende bleibt eine Herausforderung, die nur durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewältigt werden kann. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Akzeptanz der Bevölkerung für den Ausbau der Windkraftanlagen. Es ist daher wichtig, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die Planungen einzubeziehen und ihre Bedenken ernst zu nehmen. Die Bundesregierung setzt sich für eine transparente und partizipative Energiewende ein.

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