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Pete’s Prepper Guide: Krisenvorsorge für Einsteiger

📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2024

Krisenvorsorge ist keine Paranoia – sondern Verantwortung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt jedem Haushalt, sich auf Notfälle vorzubereiten. Doch wo anfangen? Ein guter Prepper Guide gibt dir Orientierung, ohne Angst zu schüren. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du dich und deine Familie auf Krisen vorbereitest – sachlich, fundiert und praxisnah.

Was ist Prepping?

Der Begriff „Prepping» stammt vom englischen „to be prepared» – vorbereitet sein. Prepper sind Menschen, die sich durch individuelle Maßnahmen auf verschiedene Krisensituationen einstellen: durch Einlagerung von Lebensmittelvorräten, Bereitstellung von Ausrüstung und das Erlernen wichtiger Fähigkeiten.

Dabei ist es unwichtig, durch welches Ereignis eine Krise ausgelöst wird. Ob Stromausfall, Hochwasser, Pandemie oder Versorgungsengpass – wer vorbereitet ist, behält die Kontrolle.

💡 Wichtig: Seriöses Prepping hat nichts mit Weltuntergangsszenarien oder Verschwörungstheorien zu tun. Es orientiert sich an den Empfehlungen des BBK und setzt auf sachliche, fundierte Vorbereitung – mit Blick auf das Wohl der Gemeinschaft.

Warum ein Prepper Guide wichtig ist

Als Prepper-Anfänger kann man sich schnell von der Thematik erschlagen fühlen. Es gibt unzählige Blogs, YouTube-Kanäle und Foren – und nicht alle sind seriös. Ein guter Pete’s Prepper Guide hilft dir, das Wesentliche vom Unwichtigen zu trennen und gibt dir einen strukturierten Einstieg.

Die häufigsten Fehler von Anfängern:

Fehler Besser so
Zu viel auf einmal kaufen Vorrat langsam und systematisch aufbauen
Teure Ausrüstung ohne Plan Erst informieren, dann investieren
Auf Angstmacher hereinfallen Seriöse Quellen wie BBK nutzen
Vorräte vergessen und verfallen lassen Rotation: First In, First Out (FIFO)
Familie nicht einbeziehen Gemeinsam planen und üben

Die drei Säulen der Krisenvorsorge

Jeder gute Prepper Guide baut auf drei Grundpfeilern auf, die für jeden Anfänger auf der To-do-Liste stehen sollten:

1. Der Notvorrat

Das BBK empfiehlt, sich mindestens 10 Tage selbst versorgen zu können. Dein Notvorrat sollte Lebensmittel, Wasser, Medikamente und Hygieneartikel umfassen.

Kategorie Empfehlung pro Person/10 Tage
Trinkwasser 20 Liter (2 L/Tag)
Getreideprodukte 3,5 kg (Nudeln, Reis, Haferflocken)
Gemüse/Hülsenfrüchte 4 kg (Konserven, Gläser)
Obst 2,5 kg (Konserven, Trockenobst)
Fleisch/Fisch/Eier 1,5 kg (Konserven)
Milchprodukte 2,6 kg (H-Milch, Hartkäse)
Fette/Öle 0,4 kg

Wichtig bei der Lagerung: Kühl, dunkel und trocken. Nutze das FIFO-Prinzip: Was zuerst eingelagert wird, wird auch zuerst verbraucht. So bleiben deine Vorräte immer frisch.

2. Der Fluchtrucksack (Bug-Out-Bag)

Der Fluchtrucksack enthält alles, was du brauchst, um 72 Stunden außerhalb deiner Wohnung zu überleben. Er sollte immer griffbereit sein – für den Fall, dass du schnell evakuieren musst.

Inhalt eines Fluchtrucksacks:

Grundausstattung: Wasser (mindestens 2 Liter), Energieriegel und Notverpflegung, Erste-Hilfe-Set, Taschenlampe und Ersatzbatterien, Multitool oder stabiles Messer, Feuerstarter (Streichhölzer, Feuerzeug), Rettungsdecke.

Dokumente: Kopien von Ausweisen, Versicherungspolicen, Bargeld in kleinen Scheinen.

Kleidung: Wechselwäsche, Regenschutz, feste Schuhe.

Kommunikation: Kurbelradio, Powerbank, Liste mit wichtigen Telefonnummern.

3. Das Erste-Hilfe-Set

In Notsituationen mit größerem Ausmaß solltest du es vermeiden, das Krankenhaus aufzusuchen – der Notruf funktioniert möglicherweise nicht und die Notaufnahme wird überlastet sein. Du solltest in der Lage sein, kleine bis mittlere Wunden selbst zu versorgen.

Grundausstattung Erste Hilfe:

Verbandsmaterial: Mullbinden, sterile Kompressen, Pflaster, Dreieckstuch, elastische Binden.

Medikamente: Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol), Mittel gegen Durchfall, Desinfektionsmittel, persönliche Dauermedikation für mindestens 14 Tage.

Hilfsmittel: Einmalhandschuhe, Pinzette, Schere, Fieberthermometer, Rettungsdecke.

Schritt-für-Schritt: So startest du als Prepper

Als Anfänger musst du nicht alles auf einmal kaufen. Gehe systematisch vor und baue deine Vorsorge Schritt für Schritt auf:

Woche 1-2: Informieren und planen

Lies seriöse Quellen wie den BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen». Erstelle einen Notfallplan für deine Familie: Wo treffen wir uns? Wer ist für was zuständig? Mache eine Risikoanalyse für deine Region (Hochwasser? Stromausfall? Industrieunfall?).

Woche 3-4: Erste Vorräte anlegen

Kaufe bei jedem Einkauf ein paar haltbare Produkte zusätzlich. Beginne mit Wasser (20 Liter pro Person), Nudeln, Reis, Konserven. Besorge Taschenlampe, Batterien und Kerzen.

Monat 2: Ausrüstung ergänzen

Stelle ein Erste-Hilfe-Set zusammen. Besorge ein Kurbelradio oder Radio mit Batterien. Lege Bargeld in kleinen Scheinen zurück. Stelle wichtige Dokumente zusammen.

Monat 3-6: Vertiefen und erweitern

Baue den Vorrat auf 10 Tage aus. Stelle einen Fluchtrucksack zusammen. Lerne Erste-Hilfe-Grundlagen (Kurse beim DRK oder Malteser). Übe den Notfallplan mit der Familie.

Die Monatskiste: Einfacher Einstieg für Anfänger

Unter Preppern gibt es die sogenannte „Monatskiste» – eine Kiste, die den Besitzer für einen Monat mit ausreichend Nahrungsmitteln versorgen soll. Sie ist der ideale Einstieg für Anfänger.

Inhalt Menge (1 Person/Monat) Haltbarkeit
Nudeln 3 kg 2-3 Jahre
Reis 3 kg 2-3 Jahre
Haferflocken 2 kg 1 Jahr
Linsen/Bohnen (trocken) 2 kg 2-3 Jahre
Konserven (Gemüse) 10 Dosen 2-5 Jahre
Konserven (Fleisch/Fisch) 8 Dosen 2-5 Jahre
Zucker 1 kg Unbegrenzt
Salz 500 g Unbegrenzt
Honig 500 g Unbegrenzt
Öl 1 Liter 1-2 Jahre

💡 Tipp: Lagere nur Lebensmittel ein, die du auch im Alltag gerne isst. So kannst du deinen Vorrat rotieren und musst nichts wegwerfen. Verfallene Vorräte sind verschwendetes Geld.

Ausrüstung für den Notfall

Neben Lebensmitteln brauchst du Ausrüstung, um im Notfall handlungsfähig zu bleiben:

Bereich Ausrüstung Priorität
Licht LED-Taschenlampen, Stirnlampe, Kerzen, Streichhölzer Hoch
Kommunikation Kurbelradio, Powerbank, Notfallnummern (ausgedruckt) Hoch
Kochen Campingkocher, Gaskartuschen, Campinggeschirr Hoch
Wärme Schlafsäcke, Decken, Handwärmer Mittel
Wasser Wasserfilter, Wasserkanister, Entkeimungstabletten Mittel
Werkzeug Multitool, Messer, Klebeband, Seil Mittel

Krisenszenarien: Worauf solltest du dich vorbereiten?

Nicht jedes Szenario ist gleich wahrscheinlich. Eine Risikoanalyse hilft dir, deine Vorbereitung zu priorisieren:

Szenario Wahrscheinlichkeit Vorbereitung
Stromausfall (Stunden) Hoch Taschenlampen, Kerzen, Powerbank
Unwetter/Sturm Hoch Vorräte, Radio, Notgepäck
Hochwasser Regional unterschiedlich Fluchtrucksack, Dokumente sichern
Blackout (Tage) Gering bis mittel 10-Tage-Vorrat, Kocher, Bargeld
Pandemie Mittel Vorräte, Hygiene, Medikamente
Versorgungsengpass Mittel Langzeitvorräte, Selbstversorgung

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viel kostet der Einstieg ins Prepping?
Eine solide Grundausstattung kostet etwa 100-200 Euro pro Person. Verteile die Anschaffungen auf mehrere Monate und kaufe bei jedem Einkauf etwas zusätzlich. So belastest du dein Budget nicht zu stark.
Ist Prepping nicht übertrieben?
Nein. Das BBK empfiehlt jedem Haushalt, sich auf mindestens 10 Tage selbst versorgen zu können. Prepping ist keine Paranoia, sondern verantwortungsvolles Handeln – wie ein Sicherheitsgurt im Auto.
Wie lange sind Notvorräte haltbar?
Das hängt vom Produkt ab. Trockene Lebensmittel wie Reis und Nudeln halten 2-3 Jahre, Konserven 2-5 Jahre. Zucker, Salz und Honig sind praktisch unbegrenzt haltbar. Nutze das FIFO-Prinzip zur Rotation.
Wo lagere ich meinen Notvorrat am besten?
Ideal ist ein kühler, trockener und dunkler Ort wie ein Keller oder eine Speisekammer. In Mietwohnungen nutze Abstellkammern oder Platz unter Betten. Wichtig: Der Vorrat muss jederzeit zugänglich sein.
Brauche ich einen Bunker?
Nein. Für die allermeisten Szenarien reicht ein gut vorbereiteter Haushalt völlig aus. Ein Bunker ist für die meisten Menschen weder notwendig noch bezahlbar. Fokussiere dich auf die Grundlagen.
Wie erkläre ich meiner Familie das Thema Prepping?
Sachlich und ohne Angst zu machen. Verweise auf die BBK-Empfehlungen und erkläre, dass Vorsorge Sicherheit gibt. Beziehe die Familie aktiv ein – gemeinsame Vorbereitung stärkt den Zusammenhalt.
Wo finde ich offizielle Empfehlungen zur Krisenvorsorge?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bietet den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen» kostenlos auf bbk.bund.de an – als PDF oder gedruckte Broschüre.

Fazit: Prepping ist Verantwortung, keine Angst

Ein guter Prepper Guide gibt dir Orientierung, ohne Panik zu schüren. Krisenvorsorge bedeutet nicht, sich in einen Bunker zurückzuziehen – sondern vorbereitet zu sein, wenn der Alltag einmal aus den Fugen gerät.

Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen. Auch kleine Maßnahmen – ein paar Flaschen Wasser, eine Taschenlampe, ein Erste-Hilfe-Set – machen einen Unterschied. Baue deine Vorbereitung Schritt für Schritt aus und beziehe deine Familie mit ein.

Denke daran: Wer vorsorgt, übernimmt Verantwortung für sich und seine Liebsten. Und im Ernstfall kannst du auch anderen helfen – denn nur zusammen können wir Krisen stemmen.


Über den Autor

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