Aus Rockerbrüdern wurden Todfeinde Krieg zwischen Hells Angels

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Ariane Nagel
7 Min Read

Seit Januar 2025 erschüttern gewaltsame Auseinandersetzungen das Ruhrgebiet. 13 Anschläge in nur sechs Wochen – darunter Schießereien und Sprengstoffexplosionen – markieren eine neue Dimension des Konflikts zwischen ehemaligen Verbündeten.

Die Polizei reagierte mit der Gründung der Sondereinheit BAO Chrom, die Ermittlungen in Dortmund, Bochum und Umgebung bündelt. „Wir dulden keine Straftaten von Outlaw-Motorcycle-Gangs“, betont Polizeipräsident Gregor Lange.

Hintergrund ist ein Machtkampf abtrünniger Mitglieder, der mit dem Beschuss eines Wohnhauses in Unna begann. Opfer wie ein 52-jähriger Ex-Bandido mit Schussverletzungen verdeutlichen die Brutalität.

Hintergrund: Vom Bündnis zur Feindschaft

Einst Verbündete, heute erbitterte Rivalen: Die Rockerszene erlebt einen Machtkampf mit ungewissem Ausgang. Was als strategische Allianzen begann, entwickelte sich durch Verbote und Massenübertritte zu einer explosiven Mischung.

Die historische Rivalität zwischen Hells Angels und Bandidos

Seit über 30 Jahren prägt die Feindschaft der Clubs die europäische Unterwelt. Beide Gruppen kämpften um Territorien und Einfluss – ein Konflikt, der oft gewaltsam eskalierte.

Ein Insider kommentiert:

„Die Fronten waren klar, bis das Verbot alles auf den Kopf stellte.“

Das Verbot der Bandidos MC Federation 2021 und seine Folgen

Als Horst Seehofer die Bandidos MC Federation verbot, entstand ein Machtvakuum. Viele Mitglieder suchten Anschluss – teils aus Pragmatismus, teils aus Not.

Ereignis Auswirkung
Verbot 2021 Auflösung von 15 Chapters in NRW
Polizeirazzien Beschlagnahmung von Waffen und Geld
Flucht in andere Clubs Instabile Bündnisse

Der Massenübertritt von Bandidos zu Hells Angels im Herbst 2024

Im Herbst 2024 wechselten 20 Chapters die Seiten. Michael Ahlsdorf vom LKA NRW warnte damals:

„Möglich ist alles – auch Gewalt.“

Die Integration scheiterte. Ehemalige Bandidos und Hells Angels blieben Misstrauen – der Funke für die aktuelle Gewaltwelle.

Eskalation der Gewalt: Schüsse, Sprengsätze und Festnahmen

A tense, gritty street scene in a dimly lit urban setting. In the foreground, rival biker gang members square off, their leather jackets and menacing stares conveying an undercurrent of violence. The midground features debris and abandoned vehicles, casting ominous shadows. In the background, sirens wail and the flickering lights of police cars suggest an escalating confrontation. The scene is bathed in a moody, chiaroscuro lighting, creating a sense of impending danger and high-stakes conflict. Capture the sense of a powder keg about to explode, reflecting the "Eskalation der Gewalt" between the feuding Hells Angels factions.

Eine Serie von Anschlägen bringt die Region in Alarmbereitschaft. Seit Februar 2025 überschlagen sich die Ereignisse – von nächtlichen Schüssen bis hin zu gezielten Sprengstoffanschlägen.

Die Serie von Anschlägen im Ruhrgebiet

Am 7. Februar trafen 60 MG-Geschosse ein Haus in Holzwickede. „Ein Wunder, dass niemand starb“, kommentiert ein Augenzeuge. Nur Tage später folgte eine Explosion vor einem Clubhaus in Dortmund.

Die Muster sind klar:

  • Gezielte Warnschüsse in Wohngebieten
  • Professionell gebaute Sprengfallen mit Fernzündern
  • Kollateralschäden wie eine verfehlte 16-Jährige

Die Rolle der BAO Chrom

Die Sondereinheit BAO Chrom konzentriert sich auf die heißesten Brennpunkte. „Wir haben es mit hochgerüsteten Tätern zu tun“, erklärt ein Ermittler.

Beschlagnahmungen Details
Waffen 7 Maschinenpistolen, 3 Revolver
Sprengstoff Plastiksprengstoff, Fernzünder
Drogen 2 kg Kokain, Ecstasy-Tabletten

Erste Erfolge der Ermittler

Dank Handydaten und Kennzeichenerkennung gelangen Festnahmen. „Bewährung wird widerrufen“, betont Staatsanwalt Kruse zu den Vorstrafen der Täter.

Die Ermittler rechnen mit weiteren Schlägen – die Spirale dreht sich weiter.

Neue Akteure und verschobene Machtverhältnisse

A gritty, urban street scene depicting the new players in the biker gang underworld. In the foreground, two imposing figures in leather jackets and bandanas glare at each other, the tension palpable. In the middle ground, a group of bikers congregate, their body language suggesting a shift in the power dynamics. The background is filled with the shadows of rundown warehouses and graffiti-covered walls, creating a sense of a lawless, underground world. The lighting is harsh, casting dramatic shadows and highlighting the rugged details. The overall mood is one of unease and simmering conflict, reflecting the title "Neue Akteure und verschobene Machtverhältnisse".

Die Rockerszene erlebt einen Wandel – neue Gruppen betreten die Bühne. Während die etablierten Clubs um Einfluss kämpfen, nutzen junge Männer innovative Taktiken. Von Social-Media-Inszenierungen bis hin zu brutalen Machtdemonstrationen.

Die «Black Gipsys» in Hamburg: Provokation oder leere Drohungen?

Mit ihrem TikTok-Account (38.000 Follower) polarisieren die Black Gipsys. Videos zeigen prunkvolle Autos und ihr Emblem – doch wie ernst ist die Bedrohung? Jan Reinecke vom BDK Hamburg wiegt ab:

„Definitiv nicht ernst zu nehmen – bisher keine nachgewiesenen Straftaten.“

Junge Rocker mit Migrationshintergrund: Einfluss der «Mocro-Mafia»-Methoden

Türkisch-arabische Clans adaptieren Rocker-Rituale. Der Mord an Davide K. folgte einem dreistufigen Eskalationsschema: Warnschüsse, Handgranate, Hinrichtung. „Diese Auseinandersetzungen sind planvoll – wie in den Niederlanden“, erklärt ein Kriminalbeamter.

Innenminister Reul warnt vor neuem Bandidos-Netzwerk

Fünf neue Chapters sollen im Untergrund agieren. Name und Struktur bleiben unklar, doch Innenminister Reul warnt:

„Rocker-Kriminalität gefährdet Sicherheit und Ordnung.“

Die BAO Chrom überwacht bereits verdächtige Treffen.

Fazit: Ein Krieg ohne Ende in Sicht?

Experten warnen vor einer weiteren Zunahme der Konflikte. Laut LKA könnte die Gewalt bis 2026 um 15-20% steigen. Parallel zum eurojackpot der Drogengeschäfte wächst die Bedrohung.

Innenminister Reul betont: „Vereinsverbote lösen Probleme nicht allein.“ Die Polizei setzt auf Prävention – doch die Fronten verhärten sich. Ehemalige Bandidos führen jetzt rivalisierende Gruppen an.

Die Folgen reichen bis in die Stadtteile: Gentrifizierung durch Club-Präsenz. In den nächsten Tagen will die BAO Chrom weitere Schläge gegen die Szene führen. Ein Teufelskreis – ähnlich dem niederländischen eurojackpot der Motorradmafia.

Reuls Rat an Jugendliche: „Such Loyalität in Sportvereinen, nicht bei Rockern.“ Doch ob die Botschaft ankommt, bleibt fraglich.

Q: Wie begann der Konflikt zwischen Hells Angels und Bandidos?

A: Die Feindschaft entwickelte sich aus einer früheren Allianz. Historische Rivalitäten und Machtkämpfe in der Rockerszene führten zur Eskalation.

Q: Welche Rolle spielte das Verbot der Bandidos MC Federation 2021?

A: Das Verbot schwächte die Strukturen der Bandidos. Viele Mitglieder wechselten später zu den Hells Angels, was die Spannungen verschärfte.

Q: Wie reagierte die Polizei auf die Gewaltwelle?

A: Spezialeinheiten wie die BAO Chrom wurden eingesetzt. Ermittler konnten mehrere Verdächtige festnehmen und Waffen beschlagnahmen.

Q: Gibt es neue Akteure in der Rockerszene?

A: Gruppen wie die «Black Gipsys» versuchen, Einfluss zu gewinnen. Junge Rocker mit Migrationshintergrund nutzen teilweise Methoden der organisierten Kriminalität.

Q: Warum warnt Innenminister Reul vor einem neuen Bandidos-Netzwerk?

A: Trotz des Verbots gibt es Hinweise auf Reaktivierungsversuche. Die Polizei beobachtet entsprechende Strukturen sehr genau.

Q: Ist ein Ende des Konflikts in Sicht?

A: Experten sehen keine baldige Lösung. Die Gewaltspirale dreht sich weiter, während die Polizei versucht, die Lage unter Kontrolle zu bringen.
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