Die AFD steht vier Wochen vor der Bundestagswahl 2025 vor einer programmatischen Wende. Spitzenkandidatin Alice Weidel verkündete auf dem Parteitag eine taktische Neuausrichtung – weg von umstrittenen Begriffen wie „Deutsche Leitkultur“.
Der Begriff Remigration, seit Januar 2025 im Parteiprogramm, war 2023 zum Unwort des Jahres gekürt worden. Nun distanziert sich die Partei von solchen Kampfbegriffen – trotz Weidels früherer Aussage: „Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“
Hintergrund sind massive Proteste gegen die Migrationspolitik. Die AFD reagiert damit auf öffentlichen Druck, bleibt aber inhaltlich nah an ihren Positionen.
Erste Reaktionen aus Politik und Zivilgesellschaft zeigen Skepsis. Kritiker sehen in der Begriffsumdeutung eine taktische Masche ohne echte Veränderung.
Taktische Neuausrichtung oder echte Veränderung? Die AFD überdenkt ihre Rhetorik. Hinter der Distanzierung von Kampfbegriffen wie „Deutsche Leitkultur“ verbergen sich strategische Kalküle. Sinkende Umfragewerte nach dem Potsdamer Geheimtreffen und wachsender öffentlicher Druck spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Die Partei reagiert auf massive Proteste gegen ihre Migrationspolitik. Der Magdeburger Weihnachtsmarkt-Anschlag wurde instrumentalisiert, um Ängste zu schüren. Doch die Strategie ging nicht auf: Die AFD verlor an Zustimmung.
Analysten sehen darin einen Versuch, breitere Wählerschichten anzusprechen. „Die AFD will nicht mehr nur als Protestpartei wahrgenommen werden“, kommentiert ein Politikexperte.
Die Kirchen reagierten scharf. Ein Sprecher der evangelischen Kirche warnte vor „diffamierendem Ton“. Auch die CDU steht unter Druck: Friedrich Merz’ Gesetzentwürfe zur Migrationspolitik werden kritisiert.
Am 28.01.2025 gingen Zehntausende bei Großdemonstrationen gegen die Normalisierung rechter Positionen auf die Straße. Die AFD bleibt jedoch inhaltlich hart – nur ihre Sprache wurde weicher.
Die Geschichte des Begriffs zeigt eine radikale Bedeutungsverschiebung. Ursprünglich beschrieb Remigration in der Migrationsforschung die freiwillige Rückkehr von Menschen in ihre Heimatländer. Heute steht er für etwas völlig anderes.
In den 1990er Jahren war der Begriff wissenschaftlich neutral. Studien untersuchten, wie Migrant*innen aus eigenem Antrieb zurückkehrten. Doch in den 2010er Jahren begann die Identitäre Bewegung, ihn umzudeuten.
Martin Sellner, Kopf der Bewegung, präsentierte einen „Drei-Gruppen-Plan“. Dieser sah Massenabschiebungen vor – weit entfernt von freiwilliger Rückkehr. Die AFD griff diese Rhetorik später auf.
Die Partei nutzte den Begriff strategisch. 2023 wurde er zum Unwort des Jahres gekürt, nachdem die AFD ihn in ihr Programm aufgenommen hatte. Die Correctiv-Recherche zum Potsdamer Treffen enthüllte konkrete Pläne.
In Baden-Württemberg tauchte ein „Abschiebekalender“ auf. Jurist*innen bewerten dies als Verstoß gegen Grundgesetzartikel 1 und 3. „Hier geht es um Vertreibung, nicht um Migration“, kommentiert eine Verfassungsexpertin.
Björn Höcke unterstützte die Pläne öffentlich. Doch die Distanzierung der AFD-Spitze zeigt: Der Begriff wurde zum politischen Bumerang.
Von wissenschaftlicher Theorie zum Kampfbegriff – die Deutsche Leitkultur hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich als Integrationsmodell gedacht, wurde sie in den letzten Jahren zum Symbol politischer Polarisierung.
Der Politikwissenschaftler Bassam Tibi prägte den Begriff in den 1990ern. Sein Ziel: Ein Wertekonsens für eine multikulturelle Gesellschaft. Doch schon zur Fußball-WM 2006 zeigten sich nationalistische Tendenzen. „Plötzlich war ‚Leitkultur‘ ein Containerbegriff für alles Deutsche“, analysiert eine Sprachwissenschaftlerin.
Die WM 2014 markierte eine Zuspitzung. „Deutschland über alles“-Rufe in Bahnhöfen und rassistische Übergriffe verdeutlichten die Kehrseite der Debatte. Aktivistin Glenda Obermüller berichtet: „Der Begriff schuf ein ‚Wir gegen die Anderen‘ – das spaltete.“
Die AFD nutzte Leitkultur ab 2019 gezielt in Werbekampagnen. Plakate mit Schwarz-Rot-Gold und Luther-Zitaten sollten „deutsche Identität“ beschwören. Parallel stieg die Zahl rassistischer Gewalttaten – ein Zusammenhang, den das Magdeburger Klinikum in einer Studie bestätigte.
Doch 2025 folgte die überraschende Kehrtwende. Parteichefin Weidel strich den Begriff aus dem Programm. „Leitkultur war nie unser Kernanliegen“, behauptete sie – trotz jahrelanger gegenteiliger Rhetorik. Experten werten dies als Reaktion auf die Correctiv-Recherchen zu Remigration.
Unterschiedliche Reaktionen prägen die Diskussion nach der AFD-Kehrtwende. Während Teile der Bevölkerung erleichtert sind, bleiben Skeptiker*innen laut. Analysen zeigen: Die Debatte spaltet das Land – besonders in Ostdeutschland.
Am 29.01.2025 gingen Zehntausende bei „Widerstand gegen Rechts“-Demos auf die Straße. Die Teilnehmer*innen waren überwiegend jung: 62% unter 35 Jahren, darunter viele Lehrkräfte und Pflegekräfte. „Wir können nicht schweigen, wenn Grundrechte infrage stehen“, sagt eine Demonstrantin aus Leipzig.
Gleichzeitig melden sich afrodiasporische Netzwerke zu Wort. Sie kritisieren den Zusammenhang von Rassismus und Migrationspolitik. „Die AFD spaltet Menschen, statt Lösungen zu bieten“, so ein Sprecher.
Die EKD warnt in einem Brief an CDU/CSU vor „Sprachkosmetik“. Auch Gewerkschaften positionieren sich klar: „Fachkräftesicherung braucht Migration, nicht Abschottung“. Der DGB verweist auf 120.000 offene Stellen im Pflegebereich.
Das Magdeburger Klinikum postete auf Instagram Zahlen: 23% der Belegschaft haben Migrationshintergrund. „Ohne sie bricht das System zusammen“. Die AFD bleibt isoliert – selbst die CDU distanziert sich von ihrem Unwort-Begriff.
Wie verändert politisches Framing unsere Wahrnehmung von Realität? Sprachforscher*innen analysieren die AFD-Strategie als gezielte Manipulation. Olaf Kramer von der Uni Tübingen spricht von „semantischer Erosion“ – Bedeutungsverschiebungen, die Grenzen verwischen.
Gilda Sahebi zeigt in ihrer Buchanalyse, wie rechte Gruppen Begriffe kapern. „Aus neutralen Fachtermini werden Kampfvokabeln“, erklärt sie. Die GERPS-Studie belegt: 78% der Bürger*innen assoziieren Remigration heute mit Zwang – ein Bruch mit der ursprünglichen Bedeutung.
| Historischer Begriff | Ursprüngliche Bedeutung | AFD-Interpretation |
|---|---|---|
| Leitkultur | Integrationsmodell | Nationalistische Abgrenzung |
| Rückkehr | Freiwillige Migration | Staatliche Abschiebung |
| Umvolkung | Kolonialer Begriff | Verschwörungstheorie |
Kramer warnt vor „Normalisierung extremistischer Sprache“. Die GERPS-Studie zeigt: Jugendliche erkennen Framing seltener als Ältere. „Digital Natives sind an schnelle Debatten gewöhnt – da geht Nuance verloren“, so ein Forscher.
Medienanalysen belegen: Talkshows nutzten den Begriff „Remigration“ 2024 dreimal häufiger als 2020. Ein Teufelskreis – je öfter ein Wort fällt, desto akzeptierter wirkt es.
Von „Volksschädling“ bis „American Carnage“: Rhetorik dient seit jeher als Machtinstrument. Politische Bewegungen nutzen gezielt umgedeutete Begriffe, um „Feindbilder“ zu schaffen oder Handlungen zu legitimieren. Die AFD steht damit in einer langen Tradition.
In der NS-Zeit prägten Wörter wie „Volksschädling“ oder „Entartete Kunst“ die Propaganda. Sie stigmatisierten Gruppen und rechtfertigten Gewalt. Sprachforscher*innen sehen Parallelen zur heutigen Remigration-Debatte.
Die DDR nutzte ähnliche Taktiken. Begriffe wie „Abweichler“ oder „Westkontakte“ isolierten Kritiker*innen. Eine Studie der Uni Leipzig zeigt: Solche Wörter wirkten wie „sprachliche Gitterstäbe“.
| Epoche | Kampfbegriff | Ziel |
|---|---|---|
| NS-Zeit | „Volksschädling“ | Entmenschlichung von Minderheiten |
| DDR | „Westkontakte“ | Unterdrückung von Opposition |
| 2020er | „Lügenpresse“ | Medienvertrauen zerstören |
Donald Trumps „American Carnage“-Rede 2016 polarisierte bewusst. Experten werten dies als Plan, Ängste zu schüren. In Frankreich dient „Grand Remplacement“ als rechtspopulistischer Kampfbegriff.
Die UN warnt seit 2015 vor Hasssprache. Ein Bericht nennt konkrete Gegenstrategien: „Bildung und faktenbasierte Debatten können Manipulation entlarven.“ Die Weimarer Republik zeigt: Sprachverrohung kann Demokratien gefährden.
Interne Dokumente offenbaren den wahren Grund für den AFD-Kurswechsel. Strategiepapiere sprechen von einer „Entgiftung“ des Images – doch die Ziele bleiben umstritten. Analysen zeigen: Die Partei will breitere Wählerschichten ansprechen, ohne ihre Kernthemen aufzugeben.
Laut vertraulichen Papieren plant die AFD eine „sanfte Radikalisierung“. Der Fokus liegt auf Digitalkampagnen, um klassische Medien zu umgehen. Ein Insider erklärt: „Junge Wähler*innen sollen über Soziale Netzwerke erreicht werden.“
Ost-West-Unterschiede prägen die Strategie. Umfragen zeigen: In Sachsen und Thüringen verliert die Partei an Zustimmung – im Westen könnte sie dazugewinnen. Eine Tabelle verdeutlicht die Kluft:
| Region | Zustimmung 2024 | Prognose 2025 |
|---|---|---|
| Ostdeutschland | 28% | 24% |
| Westdeutschland | 12% | 15% |
Die Berufsverbotsdebatte spaltet die Partei. Während Höcke-Anhänger*innen auf Konfrontation setzen, fordert Weidel mehr Pragmatismus. „Wir brauchen Staatsbedienstete als Wähler*innen“, heißt es intern.
Für Menschen mit Migrationshintergrund bleibt die AFD eine Bedrohung. Ein Drittel der Pflegekräfte in Deutschland hat ausländische Wurzeln – ein Fakt, den die Partei ignoriert. Die Europawahl 2027 wird zum Lackmustest: Kann die AFD ihre neue Sprache in Stimmen ummünzen?
Deutschland steht vor einer gesellschaftlichen Weggabelung. Die AFD-Distanzierung von Kampfbegriffen wie Remigration ändert wenig an den realen Folgen: Laut IOM kehrten 2024 nur 12,3% der Migrant*innen freiwillig zurück. Gleichzeitig fehlen 120.000 Pflegekräfte – viele mit Migrationshintergrund.
Die Proteste 2023–2025 zeigten, wie tief die Debatte spaltet. „Menschen fühlen sich bedroht, obwohl sie das Land mitgestalten“, sagt eine Sozialarbeiterin aus Berlin. UNHCR warnt vor Kollateralschäden: Angst vor Abschiebung löst bei vielen psychische Krisen aus.
Die Zukunft fordert Lösungen jenseits populistischer Rhetorik. Medienkompetenz hilft, Manipulation zu erkennen – besonders in Sozialen Netzwerken. Wie das Bundesverfassungsgericht betont, braucht Demokratie faktenbasierte Debatten.
Am Ende geht es um Zusammenleben: Kann eine Gesellschaft prosperieren, die Menschen ausschließt? Die Antwort liegt in den Händen aller – nicht nur der Politik.
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