📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 4. Januar 2026
Blackout Berlin bezeichnet den aktuellen großflächigen Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt seit dem 4. Januar 2026. Rund 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe sind betroffen. Die Reparatur wird voraussichtlich bis zum 8. Januar 2026 andauern.
Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Heizkraftwerk Lichterfelde hat Berlin in eine Krisensituation gestürzt. Die Stadtteile Zehlendorf, Nikolassee, Wannsee und Lichterfelde sind seit den frühen Morgenstunden des 4. Januar 2026 ohne Strom. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete die Dimension als „größer als beim Stromausfall in Adlershof im September 2025″.
Der Blackout trifft den gesamten Berliner Südwesten mit voller Wucht. Stromnetz Berlin bestätigt folgende betroffene Gebiete: Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Besonders dramatisch ist die Lage in der Thermometersiedlung, wo Hochhäuser komplett im Dunkeln stehen.
Zu den konkreten Auswirkungen gehören ausgefallene Heizungen, unterbrochene Fernwärmeversorgung und gestörter Mobilfunk. Der Notruf funktioniert in einigen Bereichen nur eingeschränkt. Die S-Bahn meldet Ausfälle, da das Stellwerk Wannsee nicht mehr arbeitet.
| Stadtteil | Betroffene Haushalte | Status |
|---|---|---|
| Lichterfelde | ca. 15.000 | teilweise wiederversorgt |
| Zehlendorf | ca. 12.000 | ohne Strom bis 8. Januar |
| Nikolassee | ca. 10.000 | ohne Strom bis 8. Januar |
| Wannsee | ca. 8.000 | ohne Strom bis 8. Januar |
Die linksextreme „Vulkangruppe» hat sich in einem Bekennerschreiben zu dem Anschlag bekannt. Das Schreiben liegt dem Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes vor. ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg hält die Urheberschaft für plausibel – das Vorgehen decke sich mit früheren Anschlägen der Gruppe.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet der Vulkangruppe bereits zehn Anschläge zwischen 2011 und 2023 zu. Die Gruppe setzt gezielt kritische Infrastruktur außer Gefecht, um den „kapitalistischen Alltag zu durchbrechen». Im September 2025 verursachte dieselbe Gruppierung einen 60-stündigen Blackout im Berliner Südosten – der längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg.
Stromnetz Berlin rechnet mit einer vollständigen Wiederversorgung am Donnerstagnachmittag, dem 8. Januar 2026. Das entspricht einem Ausfall von sechs Tagen. Eine Sprecherin der Wirtschaftsverwaltung erklärte, dass die Verlegung solcher Hochspannungskabel normalerweise fünf Wochen dauern würde.
Bis zum 4. Januar um 03:23 Uhr wurden bereits rund 7.000 Haushalte und 150 Gewerbebetriebe im Bereich Lichterfelde wiederversorgt. Die verbleibenden 35.000 Anschlüsse müssen auf das provisorische Ersatzkabel warten.
Die Berliner Feuerwehr und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz geben folgende Empfehlungen:
Sofortmaßnahmen:
Bei Notfällen:
Wer die Möglichkeit hat, sollte bei Freunden oder Familie außerhalb der betroffenen Gebiete unterkommen. Die Temperaturen sind unter null Grad gefallen und Heizungen funktionieren ohne Strom nicht.
Die aktuellen Ereignisse zeigen: Krisenvorsorge ist wichtiger denn je. Das BBK empfiehlt einen Notvorrat für zehn Tage. Mit einer eigenen Solaranlage und Speicher kannst du dich langfristig unabhängiger vom Stromnetz machen.
Checkliste für die Blackout-Vorsorge:
Die Folgen des Stromausfalls sind weitreichend. Supermärkte und Geschäfte bleiben geschlossen. Tankstellen können nicht mehr zapfen. Alarmanlagen funktionieren nicht, weshalb die Polizei mit Hunderten Beamten verstärkt Präsenz zeigt.
Besonders kritisch ist die Lage in Pflegeheimen. Mindestens vier Einrichtungen wurden bereits evakuiert, da sie nicht über ausreichende Notstromversorgung verfügen. Die Johanniter und das DRK sind mit rund 350 Einsatzkräften vor Ort.
Schulen und Kitas im betroffenen Gebiet werden voraussichtlich am Montag geschlossen bleiben. Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne) sieht keine Möglichkeit, die Einrichtungen ohne Strom und Heizung zu öffnen.
💡 Tipp: Informiere dich regelmäßig über die aktuelle Lage auf der Krisenseite von Stromnetz Berlin. Bei Störungen erreichst du das Unternehmen unter der kostenfreien Nummer 0800 211 25 25.
Der aktuelle Blackout Berlin zeigt erschreckend deutlich, wie verletzlich unsere kritische Infrastruktur ist. Innerhalb weniger Monate hat Berlin bereits den zweiten schweren Stromausfall durch Brandanschläge erlebt. Die Reparatur dauert Tage, nicht Stunden.
Für die 45.000 betroffenen Haushalte bedeutet das: kein Licht, keine Heizung, kein Internet – mitten im Winter. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck an der Wiederversorgung, doch eines ist klar: Krisenvorsorge und Energieunabhängigkeit sind keine Panik, sondern Vernunft.
Maik Möhring | Online-Redakteur
Maik berichtet für FHM Online über aktuelle Themen aus Technik, Lifestyle und Gesellschaft. Seine Schwerpunkte liegen auf Krisenvorsorge, Energiethemen und praktischen Ratgebern für den modernen Mann.
📧 maik@maik-moehring.ch
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