Erinnern Sie sich noch an das Jahr, in dem der Euro eingeführt wurde, Google an die Börse ging und Facebook gegründet wurde? Für viele Autofans mag es wie gestern erscheinen, doch die Fahrzeuge aus dieser Zeit rücken unaufhaltsam in den Fokus der Oldtimer-Szene. Was bedeutet das konkret? Ab einem gewissen Alter winkt das begehrte H Kennzeichen, das viele Vorteile mit sich bringt und den automobilen Klassikerstatus zementiert. Doch welche Modelle profitieren und was gilt es zu beachten, um in den Genuss des H Kennzeichens zu kommen?
Das H Kennzeichen, kurz für «Historisch», ist ein amtliches Kennzeichen für Oldtimer in Deutschland. Es signalisiert, dass das Fahrzeug als «kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut» eingestuft wurde und dient der Erhaltung des automobilen Erbes. Doch das H Kennzeichen ist mehr als nur ein Statussymbol. Es bringt auch handfeste Vorteile mit sich, die Oldtimer-Besitzer zu schätzen wissen. Der größte Vorteil ist sicherlich die pauschale Kfz-Steuer. Statt der regulären, hubraum- und emissionsabhängigen Steuer zahlen Halter von Fahrzeugen mit H Kennzeichen lediglich einen jährlichen Festbetrag von rund 191,73 Euro. Dies kann insbesondere bei hubraumstarken Klassikern eine erhebliche Ersparnis bedeuten.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Befreiung von der Pflicht zur grünen Umweltplakette. Mit einem H Kennzeichen dürfen Oldtimer uneingeschränkt in Umweltzonen einfahren, was die Nutzung im Alltag deutlich erleichtert. Auch bei der Versicherung profitieren Oldtimer-Besitzer. Spezielle Oldtimer-Versicherungspolicen sind oft deutlich günstiger als reguläre Kfz-Versicherungen. Typische Tarife bewegen sich häufig zwischen 40 und 110 Euro jährlich, ohne Rückstufung nach einem Schaden und unabhängig von Schadenfreiheitsklassen (SF) oder Typklassen. Das H Kennzeichen ist somit ein attraktives Gesamtpaket für alle, die ihren automobilen Klassiker hegen und pflegen möchten.
Nicht jedes 30 Jahre alte Auto qualifiziert sich automatisch für das H Kennzeichen. Um den Oldtimer-Status zu erlangen, muss das Fahrzeug bestimmte Kriterien erfüllen. Im Mittelpunkt steht dabei der weitgehend originale Zustand. Das bedeutet, dass das Fahrzeug möglichst dem Serienzustand zum Zeitpunkt der Erstzulassung entsprechen sollte. Fachgerecht restaurierte Teile sind zwar erlaubt, solange sie dem Original entsprechen, aber größere technische Umbauten sind tabu. Eine nachträglich eingebaute Klimaanlage oder ein moderner Motor können den Oldtimer-Status gefährden. Auch optische Veränderungen, die nicht dem Original entsprechen, können zum Ausschluss führen. (Lesen Sie auch: Stvo: Wofür steht das kleine "W"? Seltenes…)
Die Einhaltung der Originalität wird durch ein Oldtimer-Gutachten gemäß § 23 StVZO bestätigt. Dieses Gutachten wird von anerkannten Prüforganisationen wie dem TÜV oder der Dekra erstellt. Dabei werden Karosserie, Rahmen, Antrieb, Fahrwerk, Bremsen, Elektrik/Beleuchtung, Innenraum sowie die Fahrzeugdokumente genau unter die Lupe genommen. Ziel ist es, den Zustand des Fahrzeugs zu dokumentieren und festzustellen, ob es den Anforderungen für das H Kennzeichen entspricht. Das Gutachten dient als Nachweis gegenüber der Zulassungsstelle, dass das Fahrzeug als «kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut» anerkannt werden kann.
Auch Fahrzeuge mit G-Kat oder Katalysator können ein H Kennzeichen erhalten, solange diese Technik zeitgenössisch ist und zum Zeitpunkt der Erstzulassung verfügbar war. Eine Nachrüstung mit einem modernen Katalysator, der in dieser Form nicht erhältlich war, ist jedoch nicht zulässig.
Auch wenn Oldtimer mit H Kennzeichen von einigen Pflichten befreit sind, müssen sie dennoch regelmäßig zur Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU). Diese Prüfungen werden jedoch nach den für Oldtimer geltenden Maßstäben durchgeführt. Das bedeutet, dass die Anforderungen an die Technik des Fahrzeugs dem Stand der Technik zum Zeitpunkt der Erstzulassung entsprechen. Es besteht keine Nachrüstpflicht für Technik, die es damals noch nicht gab. So müssen beispielsweise Fahrzeuge ohne Sicherheitsgurte nicht nachträglich mit Gurten ausgestattet werden, um die HU zu bestehen. Auch bei der Abgasuntersuchung gelten weniger strenge Grenzwerte für ältere Fahrzeuge.
Dennoch sollten Oldtimer-Besitzer die HU und AU nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Prüfungen dienen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und stellen sicher, dass das Fahrzeug in einem verkehrssicheren Zustand ist. Mängel, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, müssen behoben werden, bevor das Fahrzeug die Plakette erhält. Die HU und AU für Oldtimer sind somit ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des automobilen Erbes und zur Sicherheit im Straßenverkehr. (Lesen Sie auch: Verkehrsrecht: 2000 Mark und man durfte "alles"…)
Die Oldtimer-Szene ist ständig im Wandel. Jedes Jahr rücken neue Fahrzeuge in den Fokus, die das begehrte H Kennzeichen erhalten können. Diese Entwicklung sorgt für eine stetige Verjüngung der Oldtimer-Landschaft und bringt neue Klassiker hervor, die das automobile Erbe bereichern. Das H Kennzeichen ist somit nicht nur ein Zeichen für die Vergangenheit, sondern auch ein Blick in die Zukunft. Es zeigt, dass auch moderne Fahrzeuge das Potenzial haben, zu Klassikern zu werden und die Herzen von Automobil-Enthusiasten zu erobern. Die Möglichkeit, ein H Kennzeichen zu erlangen, trägt dazu bei, diese Fahrzeuge zu erhalten und für kommende Generationen zu bewahren. Das H Kennzeichen ist also ein wichtiger Baustein für die Zukunft der automobilen Kultur.
In den kommenden Jahren werden zahlreiche Modelle das 30. Lebensjahr überschreiten und somit die Voraussetzungen für das H Kennzeichen erfüllen. Darunter sind einige Fahrzeuge, die heute noch im Alltag anzutreffen sind, aber bereits das Potenzial zum Klassiker haben. Dazu gehören beispielsweise der Porsche Boxster (986), der BMW Z3 oder auch der Citroën Saxo. Diese Modelle repräsentieren eine Ära des Automobilbaus und werden in Zukunft sicherlich viele Liebhaber finden, die sich für den Erhalt dieser Fahrzeuge einsetzen. Das H Kennzeichen wird ihnen dabei helfen, diese Klassiker zu pflegen und zu bewahren.
Das H Kennzeichen bietet zahlreiche Vorteile, aber es gibt auch einige Aspekte, die man bedenken sollte. Hier eine Übersicht:
| Aspekt | Details | Bewertung |
|---|---|---|
| Steuerliche Vorteile | Pauschale Kfz-Steuer von ca. 191,73 Euro pro Jahr | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Umweltzonen | Freie Fahrt in Umweltzonen ohne grüne Plakette | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Versicherung | Günstige Oldtimer-Versicherungspolicen | ⭐⭐⭐⭐ |
| Originalität | Hohe Anforderungen an den Originalzustand des Fahrzeugs | ⭐⭐⭐ |
| Gutachten | Erforderliches Oldtimer-Gutachten verursacht Kosten | ⭐⭐ |
| HU/AU | Regelmäßige Haupt- und Abgasuntersuchung | ⭐⭐⭐ |
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen:
Die Kosten für ein Oldtimer-Gutachten variieren je nach Prüforganisation und Umfang der Prüfung. In der Regel liegen sie zwischen 100 und 200 Euro.
Ja, solange das Fahrzeug die Voraussetzungen für das H Kennzeichen erfüllt und ein entsprechendes Gutachten vorliegt. (Lesen Sie auch: Winterzeit: ADAC warnt: Darum sollten Sie Ihre…)
Größere Umbauten, die nicht dem Originalzustand entsprechen, können den Oldtimer-Status und somit das H Kennzeichen gefährden.
Nein, es gibt keine Kilometerbegrenzung für Oldtimer mit H Kennzeichen. Das Fahrzeug sollte jedoch primär der Pflege des technischen Kulturguts dienen.
Für die Beantragung des H Kennzeichens benötigen Sie unter anderem den Fahrzeugbrief, den Fahrzeugschein, das Oldtimer-Gutachten, den Nachweis über eine gültige HU/AU und Ihren Personalausweis.
Das H Kennzeichen ist mehr als nur ein Kennzeichen – es ist ein Zeichen der Wertschätzung für automobile Klassiker und ein Beitrag zur Erhaltung des automobilen Erbes. Wer seinen Oldtimer hegt und pflegt und die Voraussetzungen für das H Kennzeichen erfüllt, profitiert von zahlreichen Vorteilen und trägt dazu bei, dass diese Fahrzeuge auch in Zukunft auf unseren Straßen zu sehen sind. Das H Kennzeichen ist somit eine lohnende Investition für alle Liebhaber klassischer Automobile. (Lesen Sie auch: Hauptuntersuchung: Hohe Kosten: Wegen solcher Kleinigkeiten fallen…)
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