Die Metall- und Elektroindustrie befindet sich in einer Zwickmühle: Volle Auftragsbücher dank Rüstungsaufträgen, aber gleichzeitig eine düstere Stimmung und Stellenabbau. Die metall elektro industrie krise ist real, trotz des kurzzeitigen Aufschwungs durch Sonderkonjunkturen.

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Auftragsboom durch Rüstung – Strohfeuer oder Wendepunkt?
Die Auftragsbücher der Metall- und Elektroindustrie füllten sich im letzten Quartal 2025 dank Großaufträgen aus dem Verteidigungssektor. Wie Stern berichtet, reichte dies jedoch nicht aus, um eine generelle konjunkturelle Kehrtwende einzuleiten. Die Stimmung in der Branche bleibt angespannt, da die zugrundeliegenden Probleme weiterhin bestehen. (Lesen Sie auch: Hoffnung für die Konjunktur: Industrieaufträge steigen stark:…)
Die wichtigsten Fakten
- Rüstungsaufträge sorgten im letzten Quartal 2025 für ein Auftragsplus.
- Die Branche verzeichnet das zweite Rezessionsjahr in Folge.
- Im November 2025 arbeiteten rund 3,8 Millionen Menschen in der Metall- und Elektroindustrie.
- Es gab einen Verlust von 102.600 Arbeitsplätzen im Vergleich zum Vorjahr.
Was sind die Ursachen für die anhaltende Krise?
Trotz des kurzzeitigen Aufschwungs durch Rüstungsaufträge bleibt die Auftragslage, bereinigt um diese Sonderkonjunktur, weiterhin angespannt. Die metall elektro industrie krise wird durch verschiedene Faktoren verschärft, darunter hohe Energiekosten, Fachkräftemangel und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit. Der Strukturwandel hin zu einer stärker digitalisierten und nachhaltigen Produktion stellt die Unternehmen zusätzlich vor Herausforderungen.
Die Metall- und Elektroindustrie ist eine Schlüsselbranche für die deutsche Wirtschaft. Sie ist stark exportorientiert und beschäftigt viele hochqualifizierte Fachkräfte. Die aktuelle Krise hat daher weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland. (Lesen Sie auch: Plagiarius Preis: Messe Frankfurt Rückt Fälschungen Ins…)
Wie wirkt sich der Stellenabbau aus?
Der Stellenabbau in der Metall- und Elektroindustrie ist alarmierend. Laut dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall gingen im vergangenen Jahr fast 10.000 Arbeitsplätze pro Monat verloren. Im November 2025 waren noch rund 3,8 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt, was einem Rückgang von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies bedeutet nicht nur für die Betroffenen einen herben Verlust, sondern schwächt auch die Kaufkraft und die Innovationskraft des Standorts. Informationen zum Arbeitsmarkt sind auch beim der Bundesagentur für Arbeit zu finden.
Welche Rolle spielen die Umsätze und Absätze?
Die Umsätze in der Metall- und Elektroindustrie stagnierten im vergangenen Jahr bei einem Plus von lediglich 0,6 Prozent, während der Absatz um 0,8 Prozent zurückging. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Branche trotz des Auftragsplus im letzten Quartal mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat. Die Abhängigkeit von staatlich finanzierten Rüstungsaufträgen birgt zudem Risiken, da diese Aufträge konjunkturellen Schwankungen unterliegen und keine nachhaltige Basis für Wachstum darstellen. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht regelmäßig Berichte zur wirtschaftlichen Lage auf ihrer Webseite. (Lesen Sie auch: Aktion Plagiarius: Dreiste Fälschungen und Ihre Folgen)
Welche Zukunftsperspektiven gibt es für die Branche?
Für das laufende Jahr 2026 droht ein erneuter Rückgang der Produktion um 0,5 bis 1,5 Prozent sowie der Verlust von weiteren 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätzen, wie Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander mitteilte. Um die metall elektro industrie krise zu überwinden, sind umfassende Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Förderung von Innovationen, der Abbau bürokratischer Hürden und die Senkung der Energiekosten. Auch die Fachkräftesicherung spielt eine entscheidende Rolle, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche langfristig zu sichern. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Politik notwendig. Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sind gezielte Qualifizierungsmaßnahmen und eine stärkere Fokussierung auf Zukunftstechnologien von entscheidender Bedeutung.
Die Metall- und Elektroindustrie steht vor großen Herausforderungen. Die Abhängigkeit von Rüstungsaufträgen ist keine nachhaltige Lösung. Nur durch gezielte Investitionen, Innovationen und eine konsequente Fachkräftesicherung kann die Branche ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und die aktuelle metall elektro industrie krise überwinden. (Lesen Sie auch: Playmobil Werksschließung: Das Ende einer Ära?)







